Namensgeber Christian Wolff

Wer war Christian Wolff?

Christian Wolff, Kupferstich von J.M. Bernigeroth, nach 1754

Christian Wolff, der im Jahre 1679 in Breslau geboren wurde, zählt zu den wichtigsten Vertretern der Aufklärung in Deutschland. 1706 wurde er auf den Lehrstuhl für Mathematik und Naturlehre an der Universität Halle berufen. Er gilt als Univeralgelehrter, doch seine wichtigsten Beiträge liegen zweifelsohne auf dem Gebiet der Philosphie. Bereits die Titel seiner Hauptschriften („Vernünftige Gedanken …") verdeutlichen, was den Menschen auszeichne: sein Verstand. Dieser sei der Schlüssel zur Erkenntnis und Einhaltung einer gottgewollten Tugend. Auf der Grundlage seines umfangreichen Wissens gelang es Wolff mit regelrecht mathematischen Methoden diese Philosophie der Vernunft zu vervollständigen und zu vereinheitlichen. Dabei prägte er zahlreiche philosophische Begriffe, die später in den allgemeinen Sprachgebrauch übergingen: Bewusstsein, Bedeutung, Aufmerksamkeit. Seine Lehre nannte man "Wolffianismus". Anhänger des Philosophen, die "Wolffianer", dominierten die Universitäten im Alten Reich über Jahrzehnte.

Neben seiner Schar an Anhängern wuchs auch die Zahl seiner Kritiker, die vor allem dem hallischen Pietismus um August Hermann Francke zuzuordnen sind. Der lange schwelende Konflikt mit den Theologen eskalierte als Wolff anhand des Beispiels der Chinesen öffentlich die Auffassung vertrat, man könne auch ohne die christliche Religion ein moralisches Leben führen. Eine Beschwerde beim König führte am 8. November 1721 zum Landesverweis gegen Wolff, der Preußen innerhalb von 48 Stunden verlassen musste. Andernfalls hätte ihm der Tod gedroht. Er wechselte daraufhin an die hessische Universität in Marburg. Unter dem Einfluss der Wolffianer änderte der preußische König zwar seine Meinung über Wolff, doch erst unter seinem Sohn, König Friedrich II., erfolgte die erneute Berufung zum Professor an die hallischen Universität. Zurück in Halle erwarb Wolff das heute nach ihm benannte Gebäude in der Großen Märkerstraße 10. Als Ausdruck seiner Verdienste wurde er 1743 sogar zum Kanzler der Universität Halle ernannt und zwei Jahre später in der Adelsstand erhoben. Er starb 1754.

Warum Christian Wolff?

  • Christian Wolff gehört zu den bedeutendsten Personen in der Geschichte der Stadt Halle und ist darüber hinaus als bedeutender Vertreter der deutschen Aufklärer überregional bekannt.
  • Obwohl unsere Schule weit außerhalb der Stadtgrenzen Halles im 18. Jahrhundert liegt, weist Wolffs Vita doch Bezüge zu dem nahegelegen Örtchen Passendorf auf. Das Dorf, das heute zu Halle-Neustadt gehört, lag damals in Kursachsen. Hier hielt sich Wolff nach seinem Landesverweis für einige Zeit auf.
  • Wolff bemühte sich, sein Wissen und seine Erkenntnisse über die akademischen Kreise hinaus zu verbreiten, indem er nicht auf Latein sondern in deutscher Sprache lehrte. Er trug damit wesentlich zur Bildung der breiten Bevölkerung im 18. Jahrhundert bei.

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